In der heutigen Nacht fand der Facebook Success Summit 2010 statt, die größte Online Facebook Marketing Konferenz im Internet. Die Thematik dreht sich um den Gebrauch von Facebook und wie Vermarkter es schaffen können, Kunden anzuziehen, sie in die Kommunikation mit einzubeziehen und somit ihr Geschäft anzukurbeln.

Die Keynote wurde gehalten von Brian Solis, Experte auf dem Gebiet Social Media und Author des in diesem Jahr erschienenen Buchs “Engage! The Complete Guide for Brands and Businesses to Build, Cultivate and Measure Success in the New Web”, das aktuelle Trends, Technologien im Bereich Social Media vorstellt und darauf eingeht, wie in diesem Bereich Organisationen strategisch vorgehen sollten.

Doch was war der springende Punkt des FB Success Summits 2010?

Solis Meinung zufolge werden Organisationen nächstes Jahr sowohl mehr Zeit als auch Geldmittel in Facebook investieren. Twitter wird dadurch erheblich an Wert einbüßen. Seine Argumentation stützt Solis im Folgenden auf harten Fakten und wirft mit Zahlen um sich, die diese Einschätzung untermauern.

Allein heute kann Facebook schon mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. So verbringen die User bereits zur Zeit 700 Milliarden Minuten pro Monat auf Facebook. Der durchschnittliche Besucher ist Mitglied von 80 Facebook-Pages, Gruppen und Veranstaltungen. Auch wenn Vermarkter heute schon in Facebook die derzeit beste Werbeplattform im Internet sehen, fĂĽr Unternehmer hat Solis dennoch ein interessantes Fallbeispiel parat: Auf Facebook kann Starbucks auf 13,254,815 (inzwischen 14.631.496) Fans verweisen, Twitter hat hier mit 1,036,121 (inzwischen 1,074,553) Followern eindeutig das nachsehen. Die Top-3 der Marken auf Facebook lautet ĂĽbrigens:

  1. Starbucks
  2. Coca-cola
  3. Oreo

Aber auch der Like-Button hat zu Facebooks Erfolgsgeschichte beigetragen. Jeden Monat interagieren ĂĽber 150 Millionen Menschen mit Facebook ĂĽber externe Seiten. So gewinnt Facebook deutlich mehr Nutzer hinzu, als es durch schlechte Publicity aufgrund von Datenschutzdebatten verliert.

Hinzu kommt, dass auf Facebook wesentlich mehr Interaktion stattfindet als auf Twitter.  Aber auch im mobilen Segment scheint Twitter das Nachsehen zu haben.

Welche Konsequenzen haben diese Zahlen fĂĽr Social Media Strategien?
Brian Solis zufolge behaupten 72% der Organisationen, eine Social Media Strategie zu fahren. Berechtigt scheint die Frage, wie viele sich davon wohl voneinander unterscheiden? Für die meisten Organisationen scheint das Soll an eine Social Media Strategie erfüllt zu sein, wenn man auf Twitter, Facebook und Youtube präsent ist. Doch beinhaltet eine Social Media Strategie weitaus mehr, als bloße Präsenz. Das ganze sollte vielmehr eine Mission sein und Facebook wird den Dreh und Angelpunkt der Kommunikation darstellen. Das soziale Netzwerk wird die Plattform sein, in der die Visionen und Nachrichten von Organisationen zentriert werden sollten. Facebook ist Solis zufolge die perfekte Basis, eine qualitativ hochwertige, im Zeitverlauf beständige Beziehung zwischen der Organisation und ihren Stakeholdern aufzubauen.

Dazu sollten Organisationen jedoch ihre Angst vor negativem Feedback ablegen. Sicherlich ist es richtig, dass sich Nachrichten im sozialen Netz Multiplikatoren ausgesetzt sehen und Negativschlagzeilen binnen Sekunden um die ganze Welt kreisen können. Der aktuelle Twitter-Faux Pas des MDR-Intendanten Udo Reiter ist da nur ein Beispiel. Letzten Endes hängen Reputation, Vertrauen und die Qualität der Beziehung zu den jeweiligen Stakeholdern von den unternehmenseigenen Entscheidungen ab sowie davon, wie diese kommuniziert werden.

In der heutigen Zeit wird man dem Social Media Guru zufolge vielmehr schon allein daran beurteilt, ob und wie man in sozialen Netzwerken als Organisation agiert. Darunter fällt auch, sich gezielt Gedanken darĂĽber zu machen, wie man mit Freunden, Followern und Fans umgehen möchte. Eine Gleichsetzung der 3 F’s ist engstirnig. Sich die Frage zu stellen, wieso Menschen der Organisation folgen, wieso sie sich als Fan ausgeben, kann hier weiterhelfen. (1) Sind sie vielleicht bereits Kunden? (2) UnterstĂĽtzen sie die Marke auf andere Art und Weise? (3) Oder sind sie auf Schnäppchenjagd und versuchen, VergĂĽnstigungen zu erhaschen. Es dreht sich darum, den Usern (vor allem auf Facebook) eine Plattform anzubieten, auf der sie die Möglichkeit haben, die Marke zu erleben.

“It’s not just a Facebook Page. It’s a BRAND page” (Brian Solis)

Zudem gibt es in letzter Zeit Anzeichen dafür, dass Facebook langsam versucht, Google den Rang abzulaufen. Durch die User-Netzwerke stellt Facebook die perfekte Grundlage dar, auf dem Gebiet Semantic Web zu punkten. Dadurch, dass die User auf freiwilliger Basis mit dem Netzwerk agieren, lässt das Nutzungsverhalten Rückschlüsse auf die Bedeutung einer Verbindung zu. Der Startschuss für eine neue Art der Suche ist zumindest gefallen. Ein Grund mehr für Organisationen, sich auf die Thematik Social Search vorzubereiten und ihr Facebook-Profil zu überdenken.

Kurzum hat Mark Zuckerberg, vom Spiegel erst kürzlich als Cyber-Cäsar deklariert, die Zeichen der Zeit erkannt und eine Plattform konzipiert, die darauf ausgelegt ist, die Kommunikation in unserer Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Eine englische Fassung aller interessanten Twitter-Beiträge zu Brian Solis Keynote findet sich bei Roy Morejon oder schaut euch alle Posts auf Twitter an.

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