Google, Ebay, Amazon – wer kennt sie nicht? Unternehmen, die in vielerlei Hinsicht Assoziationen in unseren Köpfen auslösen und auf deren Serviceleistungen wir sicherlich häufig oder zumindest das ein oder andere Mal zurĂĽckgegriffen haben. Die Bestellung von BĂĽchern, das Buchen von Reisen, das Nutzen von Homebanking, all diese Prozesse haben seit den 1990ern durch das Aufkommen des Internets eine neue Dimension erreicht. Den Unternehmen, die Service-Leistungen ĂĽber das Internet anbieten, liegen Geschäftsmodelle zugrunde, die sich innerhalb der ersten Dot-com-Phase herausgebildet haben. Geschäftsmodelle, die aufgrund technischer Fortschritte, die das Internet mit sich brachte, ĂĽberhaupt erst möglich wurden. Die Aufbruchstimmung lieĂź nicht lange auf sich warten und die Euphorie wird seit einigen Jahren durch die technischen Entwicklungen rund um Web 2.0, Cloud Computing und Social Media weiter vorangetrieben. Plötzlich spricht die ganze Welt von Wikipedia, Blogs, Facebook und Twitter. Einen kleinen historischen Abriss der Social Media Milestones hat die PR-Agentur Edelman nun in einer Infografik veröffentlicht.
Den Anfang markiert Edelman zufolge der Launch von Friendstar am 22. März 2002. Auf Basis der Entstehung neuer technischer Errungenschaften durch das Web 2.0 und aufgrund erster Erfolge darauf basierender Geschäftsmodelle folgten binnen kürzester Zeit neue Global Player dem Beispiel Friendstars und setzten auf die soziale Komponente: MySpace, Linkedin, Facebook, Youtube. Die Userzahlen sprechen für sich. Verbucht Youtube inzwischen 2 Millionen Klicks pro Tag, so eilt Facebook inzwischen 600 Millionen Usern entgegen, allein 14 Millionen in Deutschland. Der Begriff tweet wurde am 8. Januar 2010 von der American Dialect Society zum Word of the Year 2009 gewählt. Stars, Politiker, Opinion Leader, Medien ~ immer mehr Menschen und Organisationen springen auf den Social Media Zug auf.
Wohin die Reise geht? Schwer zu sagen in einer so schnelllebigen Informationsgesellschaft. Web 3.0? Vielleicht unter anderem Namen, aber die semantische Verknüpfung von Informationen verspricht noch ungenutzte Potentiale. Bricht man die Errungenschaften von Facebook & Co. auf einen Nenner herunter, so steht für gewöhnlich meistens die Vereinfachung von Diensten und Serviceleistungen im Mittelpunkt. Es geht darum, Kommunikaion und damit auch das Leben eines jeden einzelnen einfacher zu gestalten, in etwa so wie es sich z.B. CueThat auf die Kappe geschrieben hat. Und auch Facebook und Twitter tun einen Teufel, um sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen.
Und auch wenn die Internetnutzungszahlen rapide ansteigen, so ändert es „jedoch nichts an der Tatsache, dass das Internet (noch) nicht wie die „klassischen“ Massenmedien – mehr oder weniger – von der gesamten Bevölkerung genutzt wird (vgl. Strohmeier 2004: 46). Warum also nicht Tweets per SMS verschicken? Oder mit dem Geschäftsmodell auf Langeweile setzen, wie es von Groupon bei deren neuesten Geolocation-Bestrebungen anvisiert wird? Ohne Experimente gibt es keine Entwicklung. Dass man damit auch einen Schuss in den Ofen landen kann, wurde uns nicht nur durch das Platzen der Dotcom-Blase vor Augen geführt.
Fakt ist: Mit der Web 2.0 Phase hat ein neues Zeitalter begonnen. Technologien kamen hinzu, andere wurden ausgeweitet, ein neuer Hype entstand.. Bleibt eben nur zu ermahnen: „Gerade in Zeiten des Nichtwissens über die Fähigkeiten und Auswirkungen scheinbar neuer Ökonomien kann die Orientierung an bisher bewährten Theorien zur Gewinnung nüchterner Einsichten über diese Ökonomien einen wertvollen Beitrag leisten. Denn wie Shapiro & Varian treffend formulieren: Technology changes. Economic laws do not” (Shapiro & Varian: 1998: 1f. in: Deinlein 2003: 230f.).
(Infografik gefunden bei breit.flach.schnell)
Quellen
- Deinlein, Joachim (2003): Tragfähigkeit von Geschäftsmodellen der New Economy. Das Beispiel elektronischer B-to-B-Märkte. Wiesbaden: Deutscher Universitäts-Verlag.
- Strohmeier, Gerd (2004): Politik und Massenmedien: Eine EinfĂĽhrung. Baden Baden: Nomos.

