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Vom Tweet zur Danceparty über den Wolken

Alles begann mit einem kurzen Tweet. Das Ende vom Lied: Glückliche Passagiere, eine Danceparty über den Wolken und ein Guinness Weltrekord. Doch lasst uns zum Anfang der Geschichte springen. Schon Will Smith war sich des Geheimnisses um den Süden Floridas sicher, als er “Party in the city where the heat is on, all night on the beach til the break of dawn, welcome to Miami” ins Mikrofon rappte. Miami, why not. Das dachte sich auch die größte niederländische Fluggesellschaft KLM und kündigte an, ab 27. März Direktflüge von Amsterdam nach Miami anzubieten. Dann aber flatterte ein Tweet des holländischen DJs Sied van Riel ins Haus. Diesem war der Startschuss nicht früh genug. Daher bat er KLM, den Flug um eine Woche nach vorne zu verschieben, um am Ultra Music Festival in Miami teilnehmen zu können.

“I saw a Tweet from KLM saying that they where going to open up a direct flight between Amsterdam and Miami on March 28. So I replied and said, ‘Why don’t you start a week earlier. We need a direct flight as we are all going to Miami in that period” (miaminewtimes).

Vorbildlich dialogorientiert twitterte KLM zurück und forderte van Riel heraus: Wenn er und sein Produzent ein Flugzeug mit genug Passagieren füllen können, dann stehe der Verschiebung des Termins nichts im Wege. Nichts leichter als das, dachte der Musiker, nahm die Herausforderung an und meisterte sie innerhalb weniger Stunden. Der Hashtag #fly2miami erblickte das Licht der Welt. Innerhalb kürzester Zeit hat sich Fly2Miami zu einer außergewöhnlichen Social Media Kampagne entwickelt, die aus einem kleinen Tweet einen Trip für Feierwütige in den Süden Floridas hat werden lassen.

Van Riel selbst war über die Reaktion der Airline überrascht, war der Tweet anfangs schließlich nur als kleiner Joke gedacht: “I was very surprised, because KLM is a big company and we were just basically fooling around not even having the intention of getting a plane or trying to arrange a plane” (van Riel @ Miami Herald). Der DJ konnte sich nicht nur das Schwimmen über den Atlantik sparen. Auch die Antwort von KLM ist alles andere als alltäglich und üblich, gab es schließlich bislang noch nie den Fall, dass eine Fluggesellschaft ihren Flugplan aufgrund einer Kundenanfrage via Twitter änderte. “We can rightly call it a first — the first time KLM will deploy an aircraft following a request on Twitter”, so Martijn van der Zee, Vizepräsident im Bereich E-Commerce bei KLM.

Brian Solis wäre stolz auf diesen Schachzug. Das Ergebnis von KLMs Engagement kann sich jedenfalls sehen lassen. Ein Flug, innerhalb 48 Stunden ausgebucht. Die Nachricht multiplizierte sich innerhalb kürzester Zeit in ungeahnte Weiten. Schneeballsystem par excellence. Dies lag mitunter auch daran, dass Tiësto, ebenfalls DJ aus den Niederlanden und mit über 388.000 Followern, über den Flug einen Tweet schrieb. Dass neben den DJs auch Produzenten, Journalisten und Blogger mit an Board waren, dürfte der PR einen zusätzlichen Schub verliehen haben. Das iTüpfelchen setzte abschließend ein Guinness Weltrekord: Nie zuvor wurde eine Tanzparty in einer Höhe von 10.000 Kilometer über dem Meeresspiegel gefeiert. Letzten Endes hat es KLM geschafft, dass es viel positives Feedback für die Fly2Miami-Kampagne gab und dass diese Art der Kommunikation das Image hinsichtlich Innovation und Kundenfreundlichkeit durchaus unterstreicht.

Vor einer Woche hat KLM das Video zur #Fly2Miami Kampagne auf Youtube hochgeladen und verbucht inzwischen 38.268 Besucher innerhalb dieser kurzen Zeit. Um es kurz zu machen: KLM hat es bewiesen. Die Zeit, in der Öffentlichkeitsarbeit nur über klassische Medien möglich ist, ist lange vorbei. Vorbei die Zeit, in der die Medien diktieren, was, wann, wo und wie an Information die breite Masse erreicht. Soziale Netzwerke, Web 2.0, Videoplattformen… KLM hat gezeigt, dass onlinegestützte PR mit ein wenig Mut und einer strategisch durchdachten Aktion breite Wellen schlagen kann. Martijn van der Zee kann sich jedenfalls für einen Augenblick mit zufriedenem Ausdruck zurücklegen, denn die Geschichte von KLM, Sied van Riel und Miami wird noch eine Weile im Autopilot-Modus durchs World Wide Web fliegen.

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